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Immer neue Beiträge rund ums Thema “Worte” – wie sie wirken, was sie nutzen und wie wir unseren Umgang mit ihnen zu unserem Vorteil verbessern können. Schauen Sie doch öfter mal vorbei …

 

Du bist, was du sprichst. Ändere deine Sprache und du änderst dein Leben.

 

Ich sollte = Schulden machen???

Geschrieben von am 15:50 in News | Kommentare deaktiviert

Ich sollte = Schulden machen???

Eine Schuld in ihrer ursprünglichen Bedeutung ist die rechtliche Verpflichtung zu einer Leistung, also eine Art Vertrag. Diese Leistung konnte in alten Zeiten von einer Abgabe über einen Dienst bis zu einer Strafe alles umfassen. Zu einer Leistung verpflichtet zu sein hieß demnach „schuldig sein“ oder „im Soll sein“, also – mit einem anderen alten Wort – sollen.

Die Grundbedeutung von „sollen“ ist schuldig sein. Der oberste Heerführer schuldet seinen Gefolgsleuten den Lohn für ihre Dienste – den „Sold“. Deshalb heißen diese Gefolgsleute auch „Soldaten“. Schulden auf dem Konto sind das „Soll“.

Wer also des Öfteren denkt oder sagt: „Ich sollte dies, ich sollte das …“, der macht sich selbst mit jedem dieser Sätze ein bisschen schuldiger. Er sammelt sozusagen gedankliche Schulden. Wundert es da noch, dass heute so viele Menschen, Unternehmen und ganze Staaten verschuldet sind? Da nützt es auch nichts, sich zu ent-schuldigen. Das Schuldgefühl bleibt, solange die „sollte“-Gedanken bleiben.

Wie viel schöner, befreiender und motivierender ist es da doch, wenn man sich sagt: „Ich kann dies, ich kann das …“. Können (oder kennen) bedeutet „wissen, erfahren haben“. Aus derselben Wurzel stammen z.B. auch die Wörter Kunst und kühn.

Also – möchten Sie Ihr Leben lang (Denk-)Schulden haben oder doch lieber ein kühner Künstler sein? Sie sind, was Sie denken. Achten Sie auf Ihre Gedanken, achten Sie auf Ihre Worte.

„Ändere deine Worte und du änderst dein Leben.“

Weib, Frau, Dame

Geschrieben von am 11:33 in News | Kommentare deaktiviert

Weib, Frau, Dame

Das Weib hat seinen Namen entweder von der schwingenden (= wippenden) Bewegung der Hüften beim Gehen oder vom verhüllenden (= umwickelnden) Brautschleier – da sind sich die Experten nicht so ganz einig. In der Frühzeit der christlichen Kirche kam jedoch beides zusammen: die schwingende Bewegung war Teufelswerk und musste deswegen dick verhüllt werden!

Ähnlich ist es mit der Frau. So wie das Wort „Fürst“ bedeutet auch „Frau“ ursprünglich die Erste, die Vorderste, noch erhalten im Namen der berühmtesten nordischen Göttin Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings, des Glücks und der Liebe, sowie der Lehrerin des Zaubers. Durch die abwertende Zusammensetzung „Hausfrau“ wurde dieses Wesen jedoch eher auf eine Stufe mit den Haustieren gestellt…

Der für unser Verständnis vornehmste Begriff – Dame – heißt dagegen schlicht und einfach Hausbewohnerin. Das lateinische „domus“ ist das Haus, und darin wohnen der „dominus“ und die „domina“ (ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt!).

Und um ein für alle Mal diesem dämlichen Wortspiel den Garaus zu machen: „dämlich“ ist mit „Dame“ weder verwandt noch verschwägert! „Dämlich“ kommt vom Lateinischen „temetum“, einem berauschenden Getränk, nach dessen Genuss man nicht recht bei Sinnen ist. Wenn man sich so die Statistik der Probleme betrachtet, die durch Trunkenheit entstehen, sind ganz eindeutig in der Hauptsache Männer dämlich!

Jetzt Gift schenken!

Geschrieben von am 10:21 in News | Kommentare deaktiviert

Jetzt Gift schenken!

Darüber freut sich jeder: Geschenke. Aber was ist das eigentlich? Das Wort schenken bedeutet „zu Trinken geben“, was uns völlig klar erscheint, wenn wir an „einschenken“ denken. Früher erhielt ein Wanderer etwas zu trinken, wenn er während seiner Reise durstig an eine menschliche Behausung kam. Den Schöpfer Wasser aus dem Brunnen bekam er in der Regel umsonst. Umso erstaunlicher ist es, dass man heute in einer Schenke für sein Getränk ziemlich viel bezahlen muss. Man bekommt heute zwar noch etwas eingeschenkt, aber beileibe nicht mehr geschenkt!

Einen ähnlich interessanten Bedeutungswandel hat das Wort Gift erfahren. Die ursprüngliche Bedeutung ist noch in unserem Wort „Mitgift“ erhalten, oder im englischen „gift“. Beides bezeichnet den Vorgang des Gebens, eine (mehr oder weniger milde) „Gabe“. Während man sich jedoch früher über so ein Geschenk freute, würden wir uns heute für diese Art der Gabe schön bedanken, selbst wenn wir sie geschenkt bekämen…

Und noch was passt in diesen Rahmen: das Präsent, das ja auch ein Geschenk ist. Interessanterweise kommt dieses Wort vom lateinischen „praesens“ und bedeutet jetzt, gegenwärtig. Daher auch „Präsens“ als Fremdwort für unsere grammatische Gegenwart. Das Jetzt, der gegenwärtige Moment, ist also ein Geschenk. Etwas, das wir „in der Hand halten“, wie man aus dem französischen Wort für jetzt, „maintenant“ (main=Hand, tenant=haltend), erkennen kann.

Was machen wir mit diesem Geschenk des Augenblicks, mit dem wir unsere Zukunft in der Hand halten? Achten wir dieses Geschenk? Dazu reicht es schon aus, wenn wir uns immer mal wieder daran erinnern, dass wir es in jedem Moment in der Hand haben, wie wir unser Leben empfinden – als Gift oder als Geschenk.

Warum ich gerne eine primitive Dilettantin bin

Geschrieben von am 19:59 in News | Kommentare deaktiviert

Warum ich gerne eine primitive Dilettantin bin

Da staunen Sie, was? Hätten Sie mir gar nicht zugetraut? Aber ich bitte Sie – warum sollte ich es nicht genießen, die erste Verlockung meiner Art zu sein? Etwa so wie Marilyn Monroe? Die war auch eine primitive Dilettantin.

Wie ich darauf komme? Ganz einfach: „primitiv“ kommt vom Lateinischen „primitivus“ und bedeutet der Erste seiner Art, zu „primus“, der Erste. Das kennen wir ja vom Klassenbesten.

Tja, und der Dilettant, der hängt ganz eng mit dem englischen „delight“ = Entzücken zusammen. Beides wurzelt im lateinischen „lacere“ und heißt locken, ködern. Denn der „laqueus“ war der zur Schlinge gelegte Strick, den Jäger benutzten, um Tiere zu fangen. In der Schlinge lag der Köder. Im Lauf der Zeit wurde der gesamte Vorgang dann der Einfachheit halber unter dem Begriff „lactare“ zusammengefasst, was in die Schlinge locken bedeutet.

Über die Jahrhunderte entwickelte sich daraus „delectare“ mit der aus dem „Locken“ übertragenen Bedeutung amüsieren, sich ergötzen. Und damit spricht alles dafür, mit Begeisterung eine primitive Dilettantin zu sein – die erste Verlockung ihrer Art!

Der Dilettant in seiner heutigen Bedeutung als Stümper hat übrigens einen langen Weg hinter sich: Zunächst wurde damit ein Künstler bezeichnet, der keine klassische Berufsausbildung hatte, sondern nur so zum Spaß, zum Amüsement malte. Dann erweiterte sich der Begriff auf den Kunstliebhaber ganz allgemein, der in der Regel selbst nicht künstlerisch tätig war (dieser Liebhaber heißt fremdwörtlich auch „Amateur“). So wurde „Dilettant“ stellvertretend für den Laien verwendet und erhielt schließlich in unserer Zeit, in der „Nicht(s)könner“ schlecht angesehen sind, seine abwertende Bedeutung. – Erinnert ein bisschen an die Geschichte der Schule (s. Beitrag „Schule und Pizza“). Wir scheinen einen Hang dazu zu haben, Angenehmes schlecht zu reden…

Ich geb mir Mühe …

Geschrieben von am 19:28 in News | Kommentare deaktiviert

Ich geb mir Mühe …

Ist das Ihr Ernst? Tun Sie das wirklich? Finden Sie das sinnvoll?

Sie geben sich nicht Freude, nicht Vergnügen, sondern MÜHE!?! Sie – sich selbst, d.h. Sie suchen sich das so aus. Sie wählen Anstrengung, Sie verabreichen sich eine Portion Mühsal. Haben Sie das verdient? Was haben Sie angestellt, um so dafür zu büßen?

Was glauben Sie, wie erfolgreich ein Unternehmen wird, an das Sie nicht mit Begeisterung, sondern mit Anstrengung herangehen? Wird Ihnen das Projekt leicht von der Hand gehen oder werden Sie sich plagen? Ich wiederhole meine Frage von eben: Finden Sie das sinnvoll?

Die Hirnforschung hat inzwischen wissenschaftlich bestätigt, was schon Henry Ford wusste: „Ob Sie glauben, sie können es, oder ob Sie glauben, Sie können es nicht – Sie haben in jedem Fall Recht.“ Die selbsterfüllende Prophezeiung ist kein Hirngespinst, sondern Fakt: Sie sind bzw. Sie bekommen, was Sie denken oder sagen. Was passiert also, wenn Sie versprechen, sich Mühe zu geben? – Genau!

Probieren Sie es doch mal damit: „Ich tue mein Bestes“.

 

Von chaotischen Krisen und apokalyptischen Katastrophen

Geschrieben von am 08:56 in News | Kommentare deaktiviert

Von chaotischen Krisen und apokalyptischen Katastrophen

Fangen wir doch gleich mit der Apokalypse an. Was wir heute als Weltuntergang empfinden, heißt im Griechischen ganz schlicht und einfach Enthüllung. Die Enthüllung ist das, was passiert, wenn wir merken, dass wir einer Täuschung aufgesessen sind. Wir werden dann ent-täuscht und empfinden das oft als Apokalypse.

Aber selbst, wenn die Ent-täuschung weniger bedrohlich ist, fühlt sie sich für uns oft noch wie eine Katastrophe an. Gut so! Eine Katastrophe ist nämlich eine Umkehr, eine Wende, in diesem Fall aus der Täuschung heraus in die Realität. Wobei das mit der Realität so eine Sache ist. „real“ kommt vom Lateinischen „res“ und bedeutet wirklich nur Sache, Ding. Und dass so manches Ding anders ist als es erscheint und uns die Enthüllung oft ent-täuscht, haben wir ja gerade gelernt. Aber Umkehr ist immer dann gut, wenn man irgendwo feststeckt oder sich verirrt hat!

Hätten wir noch die Krise. Sie werden es schon ahnen – ja, auch sie ist an sich ganz harmlos. Das griechische Urwort bedeutet Entscheidung und auch entscheidende Wendung. Womit wir wieder bei der Katastrohe sind! Und wenn Ihnen das Ganze jetzt chaotisch vorkommt, muss ich Sie schon wieder ent-täuschen: Das Chaos ist nichts anderes als die Leere des Alls.

Ganz schön trickreich, unsere Sprache. Aber nachdem wir ja nun wissen, dass Krisen, Katastrohen & Co. unsere Freunde und Helfer sind, möchte ich mit dem Buchtitel von Eva-Maria Zurhorst schließen:

“Liebe dich selbst und freu dich auf die nächste Krise”

Leib und Leben…

Geschrieben von am 11:36 in News | Kommentare deaktiviert

Leib und Leben…

… ist ein und dasselbe: Leib bedeutete früher Leben. Das erkennt man heute noch am Wort „leibhaftig“, das lebend heißt. Leib, Leben, Lehm und Leim haben dasselbe indogermanische Ursprungswort „lei“ mit der Bedeutung feucht, schleimig, klebrig sein, kleben (bleiben). Dazu passt diese alte Geschichte aus der Bibel, dass Gott Adams Leib aus Lehm geformt hat (Adam bedeutet “Ackerboden”). – Womit das älteste Handwerk der Welt ganz eindeutig die Töpferei ist!

Und Gott, der Schöpfer, als Töpfer seine Schöpfung in der paradiesischen Kreativ-Werkstatt aus Erde schuf. Ob er nach so einer großen Schöpfung erschöpft war? Vielleicht hat er dann erst mal eine Handvoll Wasser geschöpft, um sich zu erholen und sein Werk zu betrachten. Während er so in der Schule saß (Sie erinnern sich – schola heißt Muße, Ruhe), kam ihm plötzlich die Inspiration, die er direkt an Adam weitergab: „in-spirare“ heißt einhauchen, hineinblasen, und das lateinische Grundwort „spirare“ bedeutet atmen, leben. Womit wir wieder bei Leib und Leben sind.

Und ja, „spirare“ ist auch das Grundwort von „Spiritus“, dessen eigentliche allgemeine Bedeutung Hauch, Atem, Leben sich dann in der Form des lebensspendenden Hauchs Gottes auf die Bedeutung Geist (Gottes) reduziert hat. Wie viel vom Geist Gottes allerdings in unserem käuflichen Spiritus oder gar im Sprit zu finden ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Um aber nochmal auf den Geist zurückzukommen: Der steckt auch in der „Be-geist-erung“. Und unser Fremdwort für Begeisterung lautet „Enthusiasmus“. Das kommt aus dem Griechischen und heißt in Gott sein. – Wofür auch immer wir uns also begeistern, der Alte Herr ist mit dabei…

A(t)men.

Treu wie ein Baum

Geschrieben von am 14:20 in News | Kommentare deaktiviert

Treu wie ein Baum

„treu wie Gold“ sagt man. Genau genommen müsste es aber heißen „treu wie ein Baum“. Baum, insbesondere Eiche ist nämlich die Grundbedeutung des indogermanischen Wortes „deru“, dem Vorläufer unserer Treue. „Treu“ heißt demnach fest, stark wie ein Baum.

Treue, Vertrauen und Trost zeugen damit von innerer Festigkeit. Wer sich traut oder Vertrauen fasst, wer Trost findet, wird innerlich fest. Aber Achtung: Festigkeit und Starre sind zwei Paar Schuhe! Ein Baum muss fest verwurzelt sein, um einem Sturm standhalten zu können. Sind Zweige und Stamm jedoch zu starr, dann wird der Sturm sie brechen und den Baum zerstören.

So führt auch eine starre Haltung im Leben früher oder später zum Bruch – meist in unseren engsten Beziehungen, in denen Stürme grundsätzlich am heftigsten toben. Denn starr ist unbeweglich, und Stillstand ist Tod.

Sind wir dagegen uns selbst treu, dann haben wir (inneren) Halt und Festigkeit, dann sind wir in uns selbst verwurzelt und die Stürme des Lebens können zwar an unseren Zweigen zausen, aber ohne uns umzuwerfen. Wir bleiben stehen und gewinnen noch an Stärke.

Ein witziges sprachliches Phänomen am Rande: „treu“ heißt auf Englisch „true“. Was wohl zum Vertauschen der beiden letzten Buchstaben geführt haben mag? Auf jeden Fall erkennt man hier noch ganz deutlich die Verwandtschaft zu „tree“.

Mit Kind und Kegel

Geschrieben von am 11:37 in News | Kommentare deaktiviert

Mit Kind und Kegel

Schon klar – wenn man alles dabei hat, dann natürlich auch sein Kind. Aber wer schleppt denn Kegel mit sich herum?

Das wird auch nicht verständlicher, wenn man weiß, dass „Kegel“ im Mittelhochdeutschen Eiszapfen oder Knüppel hieß. Wenn man aber zusätzlich noch weiß, dass ein Knüppel früher ein „Bengel“ war, kommt man dem Kern der Sache schon näher: Tatsächlich bezeichnet der Kegel um sieben Ecken herum ein Kind. Allerdings kein „legitimes“, sondern ein außerhalb der Ehe geborenes.

Wer also mit Kind und Kegel unterwegs ist, hat alle seine Nachkommen dabei; oder – im übertragenen Sinne – alles, was er oder sie geschaffen und in die Welt gebracht hat, und zwar gänzlich unabhängig von moralischen Grundsätzen.

Dass diese Redewendung schon viele hundert Jahre alt ist, zeigt, dass Liebe und Triebe schon immer die stärksten menschlichen Gesetze waren…

Die Feuerwehr in der Hölle

Geschrieben von am 16:23 in News | Kommentare deaktiviert

Die Feuerwehr in der Hölle

Wer jetzt denkt, dass die Feuerwehr dort zum Löschen antreten soll, den muss ich enttäuschen. Der Zusammenhang ist ein ganz anderer und hat absolut nichts mit Feuer zu tun.

In der ursprünglichen Hölle gibt es nämlich gar kein Feuer. Die Germanen nannten den Ort, an den man geht, wenn man stirbt, „Hel“. Hel war das Totenreich und Hel war auch die dort herrschende Totengöttin. Hel war ein geschützter Ort, an dem es den Toten gut ging, an dem sie sicher und geborgen waren. So wie unser Himmel oder Paradies!

Erst die christliche Kirche hat bei uns die Hölle zu einem Ort der Verdammnis gemacht. Aus rein manipulativen Gründen: Um Macht zu haben, mussten die Kirchenväter die Menschen dazu zwingen, ihre nicht unbedingt sinnvollen Gesetze zu befolgen. Und dazu musste man ihnen bei Zuwiderhandlung entsetzliche Strafen androhen. Wahrhafte Nächstenliebe…

Aber zurück zur „Urhölle“: Hel ist auch das Grundwort von „Halle“ und „hüllen“ und bedeutet bergen, schützen. Und da kommt jetzt die Feuerwehr ins Spiel: Denn deren Motto lautet „retten – löschen – bergen – schützen“.